Vibration-Manifestation

Vibration-Manifestation 2015 Berlin

 

Elisabeth Scharler thematisiert in ihren Arbeiten die Erinnerung an die ersten Dinge. Der Betrachter wird dazu angehalten, die Energieder Natur wahrzunehmen. Ihre Arbeiten können haptisch erfahren werden, sie wirken emphatisch und ursprünglich. Die intellektuelle Auseinandersetzung findet sekundär statt. Sie steht nach Ansicht der Künstlerin der reinen Wahrnehmung im Weg. Bevor sie Kunst studierte lebte, lebte sie mit und von der Natur. Dieses Gefühl des Eins-seins als natürlichen Zustand macht sie erfahrbar. Sie findet Inspiration durch intensive Wahrnehmung der Natur, die sie umgibt und die sie auf ihren geistigen, wie physischen Reisen erforscht. Im Folgenden werden 4 ihrer Arbeiten beschrieben.

In Spanien gefundene versteinerte Korallen werden mittels der Zeichnung untersucht, vergrößert und erfahrbar gemacht. Die in ihnen ausgebildeten konzentrischen Kreise werden zum Thema. Bei der Vergrößerung verlässt sie sich ausschließlich auf die unmittelbare Wahrnehmung, denn es geht ihr immer wieder darum, die eigenen Fähigkeiten zu schärfen, anstatt sich nur auf technische Hilfe zu verlassen. Die Auseinandersetzung spiegelt sich in der Intensität ihrer Zeichnungen.

In der Installation Vibration Manifestation erarbeitet sie die Wechselwirkung zwischen Materie und Geist, deren Ursprung sie im Klang des Universums wahrnimmt. Elisabeth Scharler zieht ihn in der Installation bildlich über ein Seil vom Himmel auf die Erde und lässt ihn sich in verschiedenen Steinen verdichten.

 

Die Form industriell hergestellter Stifte empfindet sie als artifiziell und Distanz schaffend, deshalb entwarf sie ein Set von Stiften aus überwiegend natürlichen Materialien. Als Vorlage für die Gussform verwendete sie Steine, die in ihrer Größe und Form an einen Faustkeil erinnern und somit einen kraftvollen Zugang zum Zeichnen ermöglichen.

Diese verblüffende Arbeit, bringt Thema unmittelbar auf den Punkt. Inspiriert von dem italienischen Klangkünstler und Bildhauer Pinuccio Sciola entstanden außerdem verschiedene Varianten von Lithophonen. Diese Klangsteine sind der Versuch den „unhörbaren Gesang der Erde“ hörbar zu machen.

Ausgehend von der Erfahrung der Sterbebegleitung, suchte sie anfänglich nach Leichtigkeit und ausserkörperlicher Erfahrung gegenüber der körperhaften Schwere. Heute ist ihr Fokus das Leben und Werden, das In-die-Welt-kommen. So wendet sie sich der Erde zu und verbindet diese beiden Pole. Ihre Arbeiten sollen uns anregen den Geist wahrzunehmen, der der Materie innewohnt.

Alke Brinkmann

 

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